Tag 5: Der Berg ruft

Wie üblich verlief die Nacht eher unruhig. Bis zum Einschlafen dauerte es sehr lange, aber wenigstens schliefen wir durch. Anna wachte zuerst auf und fotografierte, wie die Sonne langsam den Berg beschien.

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Da uns nach Experimentieren war und wir keine Lust auf Buffet hatten bestellten wir uns Frühstück aufs Zimmer. Das kam um 9:30 und war gar nicht so übel. Anna bunkerte die Reste im Kühlschrank, vergaß aber leider das Brot auf dem Tablet, so daß es vom Zimmermädchen entsorgt wurde.

Wir beide waren furchtbar müde. Ich mußte noch Duschen, doch dann machten wir uns auf einen Spaziergang durchs Dorf, mit dem Ziel Gemmibahnen. Zwischendurch noch einige Winterimpressionen:

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Herrlich, nicht wahr?

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Da Anna noch Schweizer Franken hatte konnten wir uns die Auffahrt auf dem Berg leisten. Mit der ersten Bahn, die noch von einem ordentlichen Seilbahnführer betrieben wurde, der auch richtig in der Kabine mitfuhr, ging s auf den Berg,

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Oben war es zunächst einmal sehr kalt und sehr windig. Dafür hatte man eine grandiose Aussicht auf das Tal und den Ort.

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Eine weitere Bahn führt ins Tal hinab zum Daubensee, sieht ist leer, weil die meisten Leute mit dem Schlitten runterfahren. Wir sind fürs Schlittenfahren leider nicht ausgerüstet, also nehmen wir eine leere Kabine und fahren hinunter.

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Von See selber war leider nichts zu sehen, weil er total zugeschneit war. Quasi eine große Schneefläche eingerahmt von Hügeln. Bäume gibt es keine, nur Schnee und Felsen. Der Himmel über uns ist dunkelblau, ab und zu hört man das Donnern der orangefarbenen Jets der Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe. 

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Um den See (oder auch mitten drüber, wer weiß)  ist ein Weg zum Spazierengehen gefräst, trotzdem ist das Laufen mühsam, wir sinken immer wieder ein. Wenigstens ist es relativ warm, die Sonne wärmt angenehm. Nur wenige Leute sind unterwegs, teilweise auf Skiern. 

Anna ist von der Einsamkeit begeistert, ich finde sie eher bedrückend. Eine lebensfeindliche Umwelt, nur erreichbar von einer einzigen Seilbahn, ohne Aussicht auf das Tal, das gefällt mir nicht wirklich.

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Nachdem wir den See zur Hälfte überquert haben kehren wir um, da der See doch größer ist als er zuerst aussieht. An der Seilbahn hat sich eine Schlange gebildet, eine Familie drängelt sich frech vorbei, schafft es aber nicht, die Schlitten rechtzeitig zu verstauen. Kleine Sünden bestraft der Liebe Gott sofort ;-)

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Zurück auf dem Gemmipass kratzen wir unsere letzten CHF zusammen und leisten uns im Restaurant einen Tee und eine Tafel Schokolade. Der Blick ist grandios, man kann das ganze Tal überblicken und zahlreiche 4000er Gipfel sehen. 

Hier sind einige Bilder:

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Vor der Abfahrt gibt es ebenfalls eine Schlange, wir schaffen die zweite Bahn. Zwischendurch tauchen wir durch Wolken hindurch, die sich durch das Tal schmiegen. 

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Unten sind es noch ein paar Meter zu Fuß. Meine alten Schuhe sind total verhärtet, auf den vereisten Straßen macht mir das Laufen nicht wirklich Spaß. Zwischen durch bewerfen wir eine Statue mit Schneebällen.

Abends sind wir müde und kaputt und gruseln uns vor der Nacht. Auf den Zimmerservice verzichten wir, stattdessen gehen wir gegen 21 Uhr in die Bar. Die Sofas stinken furchtbar nach Zigarettenrauch, aber an der Theke sind ein paar lederbezogene Hocker, und hier ist die Luft schon deutlich angenehmer. Wir bestellen beide Tagliatelle mit Lachs und genießen Cocktails. 

Sehr viel angenehmer kann man einen Abend nicht verbringen :-)


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