Tag 3: Erkundung

Das Bett in unserem Hotelzimmer war noch schlechter als befürchtet. Wir konnten beide kaum schlafen, waren schon um 7:30 wach, aber trotzdem zu müde zum Aufstehen. Wir dösten noch einigen Stunden herum, ärgerten uns über die Geräuschkulisse zwischen Kinderlärm und Schneepflug, verpassten das Frühstücksbuffet.

Schließlich stand ich auf, futterte einige Aldi Chips und ging in die Lobby, Optionen überprüfen. Am liebsten wollte ich sofort mein Geld zurück haben und wieder nach Hause fahren. Nur leider habe ich die Reise im vorraus bezahlt, und alle anderen Zimmer seien inzwischen ebenfalls belegt. Frustriert kehrte ich zurück, zoffte mich ein wenig mit Anna und verzog mich mit meiner orangefarbenen Jacke und dem MacBook in die Hotellobby. 

Email Zugriff war nicht möglich, weil im WLAN die entsprechenden Ports gesperrt waren, das Gleiche galt für den Windows Remote Desktop. Meine Rettung war LogMeIn, mit dem ich auch in dieser restiktiven Umgebung auf meinen Samsung zuhause zugreifen konnte....wobei es eine ziemliche Pest ist, ein Windows Vista mit einem Mac fernzusteuern, weil die Tastenbelegung ganz anders ist.

Nach einer Weile kam eine Dame auf mich zu, fragte mich, ob ich Herr Vorwerk sei (natürlich) und bot mir Freikarten für die Alpentherme und einen Kaffee an. Da ich keine Optionen mehr hatte und sie mir auch nicht unbedingt entgegenkommen mußte - mein Geld hatten sie ja schon - steigerte sich meine Laune schlagartig, zumal auch die Sonne immer mehr herauskam.

Ich überbrachte Anna die gute Nachricht, und wir beschlossen, erstmal einen Spaziergang durch den Ort zu machen. Erst gingen wir Richtung Burgerbad, einem Thermalbad mit Freibad, und überlegten, was man wohl mit uns anstellen würde, wenn wir die Leute im dampfenden Becken mit Schneebällen bewerfen. 

Die am Vortag komplett verschneiten Straßen waren inzwischen geräumt, eigentlich schade, es sah vorher viel schöner aus und war auch weniger matschig. 

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Leukerbad besteht hauptsächlich aus Ferienhäusern und kleinen Geschäften, die Sozialbauten für die Hotelangestellten durften natürlich auch nicht fehlen, bildeten aber die Minderheit. Insgesamt ist es ein sehr uriger Ort, es ist erstaunlich, was für Schneemassen die Dächer aushalten ohne zusammenzubrechen. 

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Hier sind ein paar Eindrücke:

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Unser Hotel, hinten das Haupthaus mit Lobby, vorne rechts das Hotel de France mit den Restaurant Sacre Bon. 

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Der Glasturm beinhaltet den Fahrstuhl zum unglamorösen Gang.

Hier das Dorf, im Hintergrund das Gebirge:

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Anna ist mutig :-)

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Der Fluß heißt Dala, und wenn das Eis schmilzt ist er sicher sehr voll.

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Ein Wunder, daß die Dächer die Schneelast tragen:

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Fast das gesamte Dorf besteht aus vielen Ferienhäusern und Pensionen:

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Irgendwann ist das Dort auch mal zuende, und da steht man nicht im Walde, sondern vorm Berg:

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Wieder im Hotel schauten wir uns die Alpentherme ein wenig näher an. In der Mittte ist eine öffentliche Passage mit Geschäften, am Ende geht es zur eigentlichen Therme. Hier im Bademantel durchlaufen, na, ich weiß nicht so recht. Anna läßt sich die neuesten Luftmatrazen erklären, wie Wasserbett, nur mit Luft, leider nicht nach Hannover lieferbar. 

Anschließend gingen wir zu einem Bäcker, ein Sandwich essen - Anna hatte noch gar nichts gegessen und ich nur Chips, Gummialligatoren und besagten Kaffee in der Lobby. 

Zurück ins Hotel, und eine weiter Runde spazieren gehen, diesmal mit Ziel Gemmilift. Zuguterletzt beschlossen wir, den Serienthermen von Hotel einen Besuch abzustatten, also Badehose an und auf durch die unglamorösen Gänge, drei Fahrstühle weiter ins Schwimmbad. Na ja, der Eindruck ist mittelprächtig, auch hier erinnert viel an die späten 70er Jahre. Es gab ein Becken, das nach draußen ging, aber es war viel zu kalt. Also in das mit 36° warmen Thermalwasser gefüllte Hauptbecken. An der Seite konnte man sitzen, einige Hähne wurden mit warmen Thermalwasser gespeist, das seinen Ursprung aus einer Quelle direkt unter dem Hotel hat und angenehmerweise garantiert Chlorfrei war.

Gegen halb 7 stiegen wir aus dem Wasser und statteten dem Dampfbad einen Besuch ab, bevor wir uns auf den Weg zurück zum Zimmer machten. 

Aus Faulheit beschlossen wir, dem völlig überteuerten Buffet-Restaurant einen Besuch abzustatten, und stellten fest, daß es heute 4 Gänge Candlelight Dinner gab. Ein Glück, seit Mallorca haben Buffets für mich etwas bedrohliches. 

Das Essen war ganz in Ordnung, bestellt wurde in einem Mischmasch aus Deutsch, Englisch und Französisch. Das Lachstartar war sehr gut, anschließend wurde uns aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen Zitronensorbet statt Suppe serviert. Der Hauptgang, Lamm nach Landesart mit Rösti war nicht wirklich mein fall, dafür war die Käseplatte zum Abschluß sehr angenehm.

Der Abend kling am Laptop in der Halle aus, Emails beantworten, Fotos übertragen. Jetzt bin ich sehr müde und werd hoffentlich gut schlafen, außerdem tut aus irgendeinem Grund mein rechtes Ohr weh. 


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