Auch wenn es gestern wieder spät wurde, heute stehen wir brutal mit dem Wecker auf und sind mächtig stolz auf uns. Der Strand sieht heute irgendwie anders aus: es sind massenweise Algen angeschwemmt wurden. Na lecker. Also doch lieber Buffet, auch wenns es uns zum Halse raushängt. Der Fahrstuhl ist jetzt offiziell defekt, es hängt ein Schild dran. Herzlichen Glückwunsch.
Heute wollen wir uns die Westküste Mallorcas anschauen und dabei einmal quer durchs Hinterland fahren. Das Wetter ist durchwachsen, bedeckt und Nieselregen. Vor der Abfahrt überfall ich einen Geldautomaten, der wohl noch aus den 80ern stammt.

Aus irgendeinem Grund haben wir den Ohrwurm „A Word in Spanish“ von Elton John im Ohr, und schaffen es sogar, per AUX-In den iPod ans Autoradio anzuschließen.
Zuerst geht es über die bekannten Straßen Richtung Manacor, danach fahren wir Richtung Petra/Inca.


Inca zeigt sich Mallorca von seiner häßlichen Seite, Binimar wiederum entpuppt sich als ein sehr hübsches Örtchen, ist glaube ich auch ein absoluter Geheimtip.
In Selva machen wir einen kurzen Zwischenstop, es gibt ne Kirche auf nem Hügel, aber sonst nicht wirklich viel zu sehen. Es nieselt immer noch.
Ein paar Impressionen von Selva:

Die Kirche mit dem dazugehörigen Platz ist wohl die Hauptattraktion:

Hier kann man im Sommer sicher schön sitzen:


Langsam kommen wir in bergiges Gelände. Die ersten Reisebusse kommen uns entgegen und erweisen sich als absolute Pest. Gottseidank haben wir keinen vor uns, in der Hauptsaison gibts hier vermutlich kaum ein durchkommen.

Serpentinen + Heckantrieb + Viel NM = Fahrspaß!

Wir halten wieder an diversen Aussichtspunkten. An einem davon gibt es ein häßliches Knirschen, wonach der Seitenschweller einige tiefe Schürfwunden zeigt. Wie war das noch mit Vollkasko?
Am Camina Per Mallorca steigen wir aus und wandern ein paar Schritte.


Dies ist einer der offiziellen Wanderwage, für den man allerdings ein eher robustes Schuhwerk braucht.


Nach etwa 20 Minuten fahren wir weiter. An einer Bude kaufen wir TUC Kracker und Nougat Zeugs, um unsere Mägen zu füllen. Es gibt so viele Eindrücke, daß man sich gar nicht an alle erinnern kann.


Dieser Haltepunkt ist nicht wirklich zu empfehlen:


Dafür ist die Aussicht spektakulär:


Es geht weiter:



Langsam sehen wir wieder Wasser:


Diese kleine Unterführung in Form einer Felsspalte gehört zu den Hauptattraktionen, allerdings gibt es kaum gelegenheit, sie gehörig zu bewundern, weil man eben einfach nur durchfährt, und Parkplatz gibt es auch keinen:

Und schließlich sind wir nach mehrstündiger Fahrt tatsächlich in Port de Sa Calobra:

Die Straße ended ca 1km vorm Meer, nur Busse dürfen weiterfahren. Wir finden einen (kostenpflichtigen) Parkplatz und suchen unsere Sachen zusammen. Dann marschieren wir los Richtung Meer.

Und wir wandern...

...und wandern...

...und wandern...und da ist sogar ein bisschen Wasser:


Und sind enttäuscht: ein dreckiger Strand, ein paar abgewrackte Baracken....das soll einer der schönsten Ort der Insel sein?



Ok, die Bucht ist ganz nett, aber die Umgebung ist einfach...unbeschreiblich.


Wir wandern die Promenade entlang. Hier ergeben sich einige deutlich schönere Aussichten, vor allem die Farben des Wassers begeistern uns: das Meer ist so blau wie ein Lamy Tintenfass!


Das ist die Promenade, in der Hochsaison kann man hier sicher kaum treten:




Unterirdisch geht es weiter durch einige Höhlen...was sich dahinter wohl verbirgt?



Die Promenade geht weiter:

Oder auch nicht?
Da baden sogar einige! Und wie kommt man dahin? Und warum haben wir keine Badesachen mit???? NEID!
Durch eine weitere Höhle gelangen wir zu einer ebene, die schließlich zu einem Steinstrand führt:

Auf der anderen Seite geht es in eine Schlucht...hier sollten nur Bergsteige Profis mit der entsprechenden Ausrüstung weitergehen:


Anna ist mutig, zieht die Schuhe aus und watet im kalten Wasser herum...dagegen kann kein Kneipgang in einer Wellnessoase gegen anstinken. Begeistert sammelt sie einige der vom Wasser glatt geschliffenen Steine.

Lästig ist nur, daß einige Kinder ständig Steine in die Pfützen schmeißen, da muß man sich schon in acht nehmen, nicht versehentlich getroffen zu werden.


Anna würde furchtbar gern baden, aber mangels Ausrüstung gehts leider nicht. Mir wäre das Wasser auch ein wenig zu kalt. Leider haben wir auch kein Handtuch zum hinsetzen. Langsam wird es auch spät, wir müssen wieder aufbrechen.

Ich mach noch ein paar Aufnahmen von der Schlucht:


Langsam geht die Sonne unter und es wird kühler.




Über Serpentienen geht es wieder zurück, die Aussichten sind noch spektakulärer als auf der Hinfahrt. Absoluter Wahnsinn!


Die Straßen auf Mallorca kann man getrost als Traumstraßen bezeichnen...wir wünschen uns ein Cabrio, um die Umgebung noch besser genießen zu können:




Langsam kommen wir Port de Soller näher, einer kleinen Hafenstadt, in der wir zu Abend essen wollen.

Die Straßenführung ist ein wenig merkwürdig, man muß durch einen Umgehungstunnel, aber schon bald sind wir direkt am Hafen und finden mit viel Glück sogar einen (kostenlosen) Parkplatz.


Die Promenade ist sehr hübsch, man kann gut flanieren, auch wenn um diese Jahreszeit nicht soo viel los ist. Den Strand kann man so im dunkeln nicht wirklich beurteilen. Sicher beser als Porto Christo.

Wir spazieren den Hafen entlang. Es gibt zahlreiche Restaurants, aber nur wenige, die uns ansprechen. Der linke Teil der Promenade ist die typische Urlaubspromenade. Recht geht es am Hafen vorbei auf einen Anhöhe, von der man die Stadt betrachten kann. Hier gibt es schmale steile Gassen und ein uriges Altstadtambiente, für spanische Verhältnisse sehr gepflegt.

Das im Reiseführer empfohlene Restaurant Neptun finden wir nicht, aber dafür kommen wir im La Lua unter. Wir sitzen im Freien in der lauwarmen Abendbrise und genießen den Blick auf den Hafen.
Das 7-Gäng Menü ist ausgezeichnet, Anna genießt dazu einen schönen Wein (ich muß leider Fahren). Ein wirklich schöner Ausklang unseres letzten Tages - und richtiger Luxus, weil wir das Buffet in unserem Hotel ja schon bezahlt haben. Vornehm geht die Welt zugrunde. ;-)




Gegen 22:00 brechen wir satt und zufrieden wieder auf.
Als wir im Auto sitzen fällt mir die nächste Herausforderung auf: der Tank ist leer - und die meisten Tankstellen auf Malle machen genau jetzt zu. Herzlichen Glühstrumpf.
Angeblich soll die Kiste ja nur 4,4l im Schnitt verbrauchen, bei uns sinds eher 6 (was ich immer noch wahnsinnig wenig finde). Über Palma müssen wir zurück, ich finde einen Mauttunnel, durch den es schneller geht, und bei Palma haben wir Glück und finden eine Tankstelle, wo wir für 5€ Diesel einschmeißen.
Gegen 23:20 sind wir wieder im Hotel. Kurz Emails mit dem iPod checken, die restliche Flasche Wein trinken, und dann gehts hundemüde ins Bettchen.
