Tag 6: Illot & Porto Christo

TüdelüttdüTÜÜÜÜÜ! Mir egal. Ich schlafe. Anna auch. Gemeinsam beschließen wir, das verdammte Buffet Buffet sein zu lassen, und noch eine Runde Schlaf zu tanken. Erst gegen 12:30 stehen wir auf. Haare waschen. Tasche packen. Frühstück suchen. An einem Imbiss am Strand werden wir fündig. Anna isst ein Thunfisch-Sandwich, ich einen Hamburger. Nicht wirklich gut, aber man wird satt. 

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Inzwischen ist es kurz vor drei. Und was machen wir mit einem solchen angebrochenen Tag. Auf Strand haben wir bei dem bedeckten Himmel keine Lust. Aber da standen doch überall so einladende Schilder herum, auf denen ein Ort namens „Porto Christo“ beworben wurde. So ein richtig idyllisches Örtchen, mit weißem Traumstand. 


Also ab ins Auto, und Richtung Süden. Zunächst kommen wir durch einen Ort namens Illot, in dem Spanien sich von seiner scheußlichsten Seite zeigt. Haben diese Leute denn gar keinen Sinn für Ästhetik?

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Wir fahren weiter Richtung Porto Christo. Hier ist es ein wenig hübscher, wenn auch von der Idylle des Werbeplakats weit entfernt. Wir steigen aus, und gehen zum Wasser. Hier gibt es eine kleine Steilküste. Das Wasser ist wild, es platscht und spritzt gewaltig. Auf der Gegenüberliegenden Seite sehen wir den kleinen Hafen von Porto Christo. 

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Die Hafeneinfahrt:

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Das Wasser schappt ganz schön:

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Und das da ist schließlich Porto Christo, vom Wasser aus gesehen:

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Wir fahren weiter in den Ort hinein, es ist kaum möglich, einen Parkplatz zu bekommen, trotz des bescheidenen Wetters. Ist auch nicht wirklich schade drum. Wir haben zwar die Photo Location gefunden, aber statt des versprochenen Traumstrands gibts Bausand mit Algen, Müll und ein paar verlassen Liegen. Wahnsinnig christlich. Ich hoffe, niemand aus Palma ist auf das Plakat reingefallen. 

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Schließlich entdecken wir einen Wegweiser zu den Drachenhöhlen, die mir Anna unbedingt zeigen wollte. Also schnell geparkt, Tickets gekauft, auch wenn wir bis zum Einlass fast eine Dreiviertelstunde warten müssen. Gottseidank ist es im Oktober auf Malle relativ leer, so daß wir nur eine relativ kleine Gruppe von rund 20 Leuten waren – im Sommer werden gut und gerne 200 Leute pro Stunde durchgejagdt. 

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Wir vertreiben uns die Zeit beim Warten:

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Fotografieren war in den Höhlen leider verboten. Anfassen auch. Selbst im Reiseführer gab es nur eine Cartoon-Zeichnung. Genießen wir also die Höhlen. 

Durch einen kleinen Spalt spazieren wir hinein und erleben ein Reich der Finsterniss. Überall Gestein, effektvoll beleuchtet. Wir wandern über lange, gewundene Gänge und bewundern das Kunstwerk, das die Natur in Millionen von Jahren erschaffen hat. Ich frage mich, ob die Leute gar kein Problem damit hatten, in dieses Wunder der Natur einzugreifen, indem sie ihre Gänge einbauen?

Manche Ecken sind ein wenig glitschig, da muß man schon aufpassen, daß man nicht ausrutscht. Die Decke ist an vielen Stellen richtig igelig, sieht schon sehr irre aus. 

Schließlich kommen wir zu einem unterirdischen See, wo eine Tribüne aufgebaut ist. Wir quetschen uns ganz nach links in die erste Reihe, da ich keine Lust hatte, über andere Bänke nach hinten zu klettern. Es ist dunkel, und irgendwein Typ erzählt irgendeinen Bullshit in 5 Sprachen. Da einzige, was ich davon behalten habe, ist, daß in den Höhlen immer eine konstante Temperatur von 20° herrscht. Durchaus angenehm. 

Als der Typ endlich fertig ist (laaaangweilig!), gehen die Lichter aus. Auf dem See erscheinen drei kleine Boote. Auf einem davon sitzen ein Orgler und drei Geiger. Bei der Musik frage ich mich unwillkürlich, wessen Beerdigung wir hier gerade beiwohnen. Und wann endlich die E-Gitarre einsetzt. 

Die Geiger bemühen sich, die Bewegungen möglichst synchron zur Musik auszuführen, es gelingt ihnen leidlich. Jedenfalls besser als der Dame an der Orgel. Ich hätte Lust, die Gruppe mit einem kleinen Stein zu beschmeißen, um zu schaun, ob die Musik dann aufhört. Aber wie das immer ist: man sitzt in einer Höhle voller Steine, und in dem Moment, wo man mal einen bleibt, ist keiner da. Typisch. 

Ehrlich: wenn sie „No Leaf Clover“ von Metallica gespielt hätten, hätte mir die Vorführung deutlich besser gefallen. Oder wenigstens „Ecstacy of Gold“. 

Auch die schönste Beerdigung geht mal vorbei, meinem Magen gehts dabei immer schlechter. Es wird ein Sonnenaufgang inszeniert, und wir erfahren, daß man links der Tribüne in eines der Boote steigen oder rechts über eine Brücke richtung Ausgang gehen kann. HA! Dreckig grinsend und feixend steigen wir als erste ins Boot, der Rest muß sich hinten anstellen. 

Die Überfahrt ist sehr angenehm, leider sehr kurz, aber auf jeden Fall ein Erlebnis. 

Der Magen fordert seinen Tribut, vermutlich hab ich wieder irgendwas gegessen, was ich nicht vertrage. Die Rückfahrt nach Hause wird sehr eilig...und zum ersten mal können wir uns ohne Hetze zum Essen fertig machen. 

Noch ein paar Impressionen von "Strand" von Porto Christo:

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20:00 beim Italiener. Im Gegensatz zum Japaner ist dieses Lokal sehr gut besucht. Den lauten Geräuschpegel gibts gratis dazu. Wir bekommen einen zugigen Tisch in der Nähe des Eingangs. Anna flucht, weil der Tisch so konstruiert sind, daß man die Beine nicht übereinanderschlagen kann. In den Lampen an der Decke liegen tote Fliegen, ob sie sich verbrannt haben oder an den Essensgerüchen gestorben sind muß die Pathologie noch klären. 

Das Essen ist...bescheiden. Die erste Vorspeise geht noch: Schinken mit Parmesan, dazu Weißbrot. Anschließend eine Auswahl von Billignudeln...wenn sie wenigstens von Aldi wären. Penne mag ich nicht, Spaghetti Bolonese vertrag ich nicht, einzig die Tortellini sind essbar. Mein Fleisch im Hauptgang ist außen verbrannt und innen noch roh. Annas Fisch ist auch nicht besser.

Frustriert machen wir einen kurzen Spaziergang und killen anschließend den Rest vom Wein vom Vorabend. Zum Schlafen kommen wir wie üblich erst gegen halb eins.



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