Tag 1: Was zur Hölle wollt ihr auf Mallorca?

Das ist der typische Kommentar von jedem, dem wir von unseren relativ spontanen Entschluß erzählten, im Herbst nach Malle zu fliegen. Ursprünglich sollte es an die Cote d'Azur gehen, aber die Erkenntnis, dass sich ein offener Porsche und Wintereinbruch in der Schweiz nicht wirklich gut vertragen und ein VOX Bericht über ein angeblich wirklich gutes Hotel auf Malle veranlasste uns dazu, eine Woche Urlaub auf der Insel zu buchen (natürlich nicht in dem Hotel, das war natürlich ausgebucht, hrmpf).

Die Urlaubsvorbereitungen beschränkten sich auf den Kauf eines Badeanzugs, eines Reiseführers und dem Zusammenpacken von Elektronikschrott. Apropos Führer: man kommt sich wahnsinnig blöde vor, im Bookshop nach einem Mallorca Führer zu fragen, aber ich war halt noch nie da, also was solls.

Der Flug ging Dienstag abends um 17:55 mit Air Berlin ab Hannover, Direktflug in einer nagelneuen A320 mit angenehmen Publikum.

Auf dem Hinflug konnten wir nicht nur unser Haus von oben betrachten, wir genossen sogar ein großartiges Panorama vom Mont Blanc. Da die Kamera im Gepäck war, muß ein mallorcinisches Sonnenuntergangsfoto herhalten...ist aber auch etwas Feines!

Als wir landeten, war es leider schon dunkel. Kurzer Klobesuch, Gepäck einsammeln, Bus zu Sixt erwischen.

Bus zu Sixt?

Die Anweisungen waren eindeutig, leider total veraltet - der Bus wurde kürzlich durch eine Anmietstation im Parkhaus ersetzt, natürlich nicht ausgeschildert. Schwitzend und fluchend fanden wir letztlich die Station, kauften zur Vollkasko ohne SB noch eine Versicherung für Scheiben und Reifen hinzu und bekamen schließlich das gewünschte Auto, einen dunklen BMW 118d.

Gepäck reinpfriemeln, einsteigen, Sitz zurechtrücken. Als BMW Fan war ich vorgewarnt: der 1er ist ein sehr elektronisches Auto, mit Startknopf und Efficent Dynamics und was weiß ich alles. Navi auspacken und montieren, und mir last but not least den fast leeren Tank quittieren lassen.

Die Kupplung ist zunächst sehr ungewohnt, wir fahren vorsichtig aus dem Parkhaus hinaus. Navi aktivieren...oder auch nicht, weder den Ort noch das Hotel ist programmiert. Lautes Fluchen, Panikattacke. Nach endlich langer Zeit finden wir heraus, dass Sa Coma, wo unser Hotel steht, als Strand von Cala Millor eingelegt ist. Ok, wir werden schon finden.

Der 1er fährt überraschen angenehm, fast wie mein alter 7er. Der Diesel hat ordentlich Drehmoment, er brummt ein wenig ohne zu Nerven, die Fahrt ist sehr ruhig und leise, ich bin angenehm überrascht. Dank Servotronik ist er auch sehr handlich, sogar ein PDC ist installiert. Nur mit dem Bordcomputer komm ich nicht klar.

Der Sprit im quasi leeren Tank reicht locker bis Cala Millor. Leider sind die Straßen noch neuer als das Navi. Kürzlich gabs eine neue Regierung, die gegen den Wiederstand der Grünen alle möglichen Straßen neu bauten, und deswegen gibt es tausende neuer Kreisverkehre.  Trotzdem finden wir Sa Coma...und stehen erstmal blöde vor Burger King.

Eine halbe Stunde lang irren wir durch die zusammenhängenden Badeorte. Inzwischen ist es halb 11. Wir blättern durch Karten, Fluchen, fluchen noch mehr, irren weiter und finden schließlich ein selbsternanntes Blau Hotel. Dort erfahren wir, dass es sich um ein anderen Blau Hotel handelt, aber unseres sei nur zwei Straßen weiter.

Ok, zwei Straßen weiter gefahren, und tatsächlich. Mangels Platz parken wir in der Auffahrt. Schaut ganz ordentlich aus, das Blau Mediterraneo. Aber wo zur Hölle ist die Rezeption? Irgendwann finden wir sie, versteckt, irgendwo im Keller. Einchecken. Man spricht deutsch. Im Restaurant gäbe es noch Abendbrot. Prima, wir haben Hunger :)

Rauf aufs Zimmer, Nummer 206. Nicht groß, aber durchaus elegant eingerichtet, schwarz und beige, ein bisschen wie eine BMW Individualausstattung. Sharp Aquos LCD Fernseher, wenn auch nicht sehr groß. 

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Kurz frisch machen, auf ins Restaurant - wo ein paar Leute etwas aßen, aber sonst keiner da war, um uns etwas zu essen zu bringen. Frustriert beschließen wir, zum Burger King zu fahren.

Der hat blöderweise schon zu. Dann halt ein anderes Lokal.

Tappas Laden: zu. Der Britische Säufer-Club hat nur Küche bis 10, danach ist halt Saufen angesagt. Im "Zum Besoffenen Spanier" - Burger Shop schleppen sich die Betrunkenen auf die Straße, hier gibt's nichts zu essen. Außer Tappasresten, die wohl der Hund übrig gelassen hat.

Dann Kekse von der Tanke. Nix. Alle Tankstellen haben zu. Am Ende mahnt die Tanklampe im BMW, und wir zockeln zurück ins Hotel. Anna findet in der Minibar ein paar Chips. Besser als nichts.

Es ist 1:00 morgens, also ab ins Bett und hungrig pennen.


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