Es gibt Tage, die sind einfach doof. Auch im Urlaub. Und sogar bei schönem Wetter.
Es fängt an mit der gloreichen Idee, doch heute Wäsche zu waschen. Wir sind ja früh aufgestanden.
Also Strandsack mit Wäsche gepackt...es wär nicht wirklich nötig gewesen, aber man will ja nicht den Boxi mit Schmutzwäsche vollstopfen. Zwischen durch reinige ich den Boxi von Vogelmist und entdecke einen kleine Schramme an der Stoßleiste.
Nach endlich langer Zeit haben wir die Waschmaschinen gefunden, fürs branchenüblich geringe Entgeld von happigen 4€ pro Waschgang. Wenigstens hat uns eine Französin mit Waschmittel versorgt.
Wir gehen ein wenig spazieren, es ist sehr heiß, wir machen Fotos von der Anlage bei Tageslicht, zeige Anna die kleine Schramme am Auto.


Katzen gibts hier auch:



...Palmen...

...und sehr schöne Blumen...

...und hier kann man den Leute auf die Dachterasse gucken:

Zu jeder Unit führt eine Brücke:

Treppen gibts ebenfalls in Hülle und Fülle...man sitzt halt auf nem Berg:

Und zurück zur Bastide:

Nun beginnt das Warten...nach einer halben Stunde ziehen wir los...die Maschine ist fertig, aber dr Trockner besetzt, mindestens noch eine halbe Stunde. Inzwischen ists nach 3.
Wir gehen nochmal am Auto vorbei...und mich trifft der Schlag: von wegen kleine Schramme: es klafft ein großes LOCH am Stoßfänger, der zudem noch völlig zerdellt ist!

Vom Verursache keine Spur. Wir klingeln bei Claire, fragen, ob es eine Videoüberwachung gibt. Die gibt es natürlich nicht.
In Frankreich ist praktisch jedes Auto von allen Seiten zerdellt und zerkratzt. Da interessiert sich wirklich keiner für eine lädierte Stoßstange an einem deutschen Porsche.
Ich geh noch ein paar mal zwischen Wohnung und Auto hin- und her. Mir fällt ein Renault auf, keine Ahnung was für einer, neueres Modell, mit Kratzern und Anhängekupplung. Anhängekupplung...das würde das Loch in der Stoßstange erklären. Auch sonst passen die Kratzer und Dellem zum Schadensbild an meinem Fahrzeug.
Also wieder zu Claire, dann zur Rezeption, zweckes Feststellung des Eigentümers. Man verspricht, sich drum zu kümmern.
Die Wäsche ist endlich trocken. Wir packen alles zusammen und gehen wieder Richtung Parkplatz.
Dort parkiert gerade ein neuer Fiat Bus aus der Schweiz mit einer Gruppe Jugendlicher. Anna entdeckt eine Anhängekupplung und meint, lass und doch mal schaun, ob es vielleicht der sein könnte.
Einer der Jugendlichen, Typ Michael Ballack Klon mit Nasenpiercing, springt auf mich zu und fragt mich auf Deutsch, ob ich der Besitzer von dem schwarzen Porsche sei, er wär vorhin beim Rangieren dagegen gefahren und es täte ihm unendlich leid, er sei absolut untröstlich, gerade doch bei einem so schönen Auto, da würde ihm richtig das Herz bluten.
Ich komm aus dem Staunen kaum heraus.
Es gibt offenbar doch noch ehrliche Menschen!
In Südfrankreich denjenigen treffen, der in mein Auto gefahren ist, das ist schon ein unglaubliches Stück Glück!
Wir treffen uns in der Rezeption und tauschen die üblichen Papiere aus, er unterschreibt mir eine Erklärung, daß er den Schaden verursacht hat, samt Datum, Uhrzeit und Unterschrift. Sein Auto ist ein Leihwagen, der bei der Karambolage aber keinen sichtbaren Schaden davongetragen hat, und die Gruppe ist auf Abifahrt, sie hätten gestern bestätigt bekommen, daß sie alle bestanden haben, na dann, herzlichen Glückwunsch!
Ich freu mich nur wie blöde, daß mit dem Schaden hoffentlich alles geregelt werden wird, die Stoßstange wär wohl wirklich nicht mehr zur retten.
Um 17:30 kommen wir endlich an den Strand. Es ist schon recht leer, und die Sonne hat sich auch hinter einer Wolkendecke verzogen, es wird merklich kühler. Zu blöde.

Wir springen trotzdem ins Wasser und schwimmen eine Weile. Anschließend machen wir einen kleinen Spaziergang, Anna sammelt Steine, und am Ende kommt die Sonne doch wieder raus.




Gegen 8 brechen wir wieder auf und verabschieden uns von dem schönen Strand. Ich sag noch Claire bescheid, daß sich die Sache mit dem Unfall geklärt hat.
Scheint übrigens ein gutes Geschäft zu sein, diese Herberge. Von April bis Oktober sei praktisch immer alles gebucht, im Winter gäbe es Messen, und da sie immer nur wochenweise von Samstag bis Samstag vermieten hält sich der Aufwand in Grenzen, man muß halt immer an diesem einen Tag in der Woche richtig arbeiten.
In der Garage versteckt sich offenbar noch Erik's Auto, ein Mercedes ML, und auch ihr Privathaus ist mit 230 qm nicht gerade klein.
Sicherheit sei allerdings ein Problem, offene Einfahrten wir in Deutschland üblich konnte sich Claire nicht wirklich vorstellen.
Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Pesto, nebenbei schauen wir einen alten Tatort. Anna fängt mit packen an, und relativ spät sind wir dann im Bett.
