Tag 3 - Cannes

Plong-plong-plong.

Jemand geht eine Treppe rauf.

Oder runter.

Jemand, der im Nebenzimmer wohnt.

Er telefoniert. Er klappert mit Geschirr.

Es ist noch früh, zumindest für uns.

Das Gemäuer ist alt, die Wände sind dick und massiv. Kein Vergleich zu den Pappwänden in den üblichen Hotels. Aber trotzdem hört man sehr viel.

Ich hab erstmal Hunger. Im Kühlschrank sind nur die Schokoriegel aus dem Auto, die inzwischen wieder eine feste Form angenommen haben. Nicht so elegant wie ursprünglich, aber trotzdem schmackhaft.

Aber eigentlich hab ich genug Süßigkeiten intus, ich brauch ein richtiges Frühstück!

Erik hatte mir gestern auf dem Plan gezeigt, daß auf dem Gelände ein kleiner Supermarkt sein soll.

Genaugenommen sind wir in einer Art Resort, wobei unser Gebäude, eine alte französische Villa, nicht in dem Resort Villa Francia liegt, sondern daneben. Trotzdem haben wir Zugang, weil Villa Francia irgendwie mit dem Eigentümer dieses Hauses verbandelt ist.

Das Gelände liegt am Hang, es gibt hier jede Menge Ferienwohnungen, es geht treppauf treppab, in bisschen wie in einer alten Aztekenstadt.

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Nach langer Zeit finde ich die Superette versteckt in einer Ecke beim Parkplatz. Das Angebot ist nicht wirklich groß...kein frisches Obst...aber es gibt Katzenstreu! Gibt es wirklich Leute, die mit Katzen verreisen?

Ich kaufe Butter, ein Baguette, Blaubeermarmelade, eine kleine Dose Nescafé und eine Flasche Wasser und werden knapp 15€ dafür los. Wahnsinn, aber wenigstens hab ich Frühstück.

Wieder zuhause frühstücken wir. Dann packen wir unsere Strandtasche und ziehen los.

Anna begeistert sich für die vielen schönen Blumen, die bei uns im Norden leider den Winter meist nicht überleben.

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Ich wundere mich über die vielen massiven Eisentore an den Grundstückseinfahrten, meist mit einem elektronischen Zahlenschloss gesichert. Auch unsere EInfahrt ist so gesichert, und so klein, daß der Renault Twingo vom Vermieter gerade so draufpaßt.

Erik meinte, daß ich meinen Porsche gerne dort parken könne...aber wie?

Das Ding paßt höchstens quer, und dann quetschen sich die Leute mit ihren Kleinkindern und Strandtaschen dran vorbei, na danke. Dann lieber auf den großen Parkplatz von der Villa Franca.

Der Weg zum Strand ist doch weiter als gedacht. Das Wetter ist aber sehr angenehm, außerdem geht es bergab. Es muß eine absolute Pest sein, wenn man morgens an den Strand geht und dann Mittags wieder hochlaufen muß, weil es einem zu heiß ist.

Na ja, DAS Problem werden WIR ganz bestimmt nicht haben.

Irgendwann haben wir dann doch den Strand erreicht...bzw. fast, denn erst müssen wir noch eine Eisenbahnbrücke überqueren..die blöden Franzosen haben ihre TGV Strecke doch tatsächlich am Strand entlanglaufen lassen.

Wenigstens hat man auf der Brücke eine schöne Aussicht:

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Meer, Strand, Berge, dazu schönes Wetter!

Da es Sonntag ist, ist es recht voll, aber wir finden trotzdem ein nettes Plätzchen, wo wir unsere Handtücher ausbreiten. Die Temperatur ist sehr angenehm, Sonne mit leichten Wind. Auch die Bahn hört man kaum, dafür aber Meeresrauschen.

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WIr gehen einige Schritte ins Wasser. Das ist ganz schön kalt. Dann lieber den Strand entlang, erstmal Richtung Cannes.

Wobei mir die andere Richtung besser gefällt, da sieht man nämlich die Berge:

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Wir bekommen Hunger. An einer der vielen Buden kaufen wir Piadini, die frisch für uns in der Mikrowelle gebacken werden. Egal, hauptsache Futter im Bauch, auch wenn wir recht lange warten müssen.

Ab und an kommen Schwarze vorbei, die uns Hüte, Sonnenbrillen oder irgendeinen anderen Kram verkaufen wollen. Lästig. Viel Erfolg haben sie offenbar nicht.

Langsam geht die Sonne unter, wir machen uns auf den Rückweg.

Abends fahren wir noch einmal in die Stadt runter. Noch lästiger als die Hutverkäufer sind Typen, die an den Ampeln lauern und trotz Proteste anfangen, einem die Scheibe zu wischen. In so einem Fall kann man nur Gas geben. Hoffentlich hats wehgetan.

Wir finden sogar einen - wenn auch nicht ganz billigen - Parkplatz und gehen ein wenig spazieren, vorbei an diversen Yachten Richtung Innenstadt. Ob das wirklich Spaß macht mit so einer Yacht? Eigentlich ist es ja ein bisschen wie Camping, nur auf dem Wasser, und es kommen jede Menge Leute vorbei, die glotzen.

Die Hauptstraßen von Cannes scheinen hauptsächlich aus Restaurants zu bestehen. Ein bisschen weiter hinten gibt es sogar ein paar Geschäfte, aber sonst gibt es nur ein Restaurant neben dem anderen, allesamt maßlos überteuert. In eines davon setzen wir uns, essen aber nur ein Eis, weil wir ja noch die Piadini im Bauch haben.



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