Tag 15: Lago il Garda

Nach dem wir wie üblich verschlafen haben, brechen wir auf zum eigentlichen Ziel unsere Italienreise: dem Gardasee.

Vorher decken wir uns noch kurz bei Lidl mit Sandwiches und Wasser ein. Es herrscht eine brüllende Hitze, Anna wird auf der Fahrt schlecht.

Nach einiger Zeit erreichen wir Sermione, laut Reiseführer einer der schönsten Ort rund um den Gardasee. Sermione liegt auf einer Landzunge, die rund 4 km in den See hineinragt. Die Altstadt kann man nur zu Fuß besichtigen Parkplätze seien schwer zu finden und sehr teuer.

Wie dem auch sei, wir haben sofort 100 m vom Bezahlparkplatz entfernt einen Gratisparkplatz gefunden und können unser Glück kaum fassen.

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Der Gardasee selber ist eher unspektakulär, halt ein großes, graues Gewässer, das nicht sonderlich Wellen schlägt. Die Sonne brennt auf uns herab, es gibt nicht ein einziges laues Lüftchen.

Ein paar Boote liegen herum, warten auf Kundschaft...bei der Sonne ohne Sonnenschutz über den See fahren? Nein danke.

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Nach der üblichen verhassten Eincremeprozedur wandern wir Richtung Altstadt. Diese liegt quasi auf einer Insel, man muß durch das Portal einer Burg hindurch. 

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Unterwegs begegnen wir einem kleinen Stand, auf dem Obstsalat verkauft wird. Anna schlägt sofort zu :-)

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Ich mach derweil Bilder von dem kleinen Hafen:

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Die Brombeeren in dem Salat waren lecker, hmmm :-)

Jetzt wollen wir aber durch die Burg gehen:

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Dahinter liegt ein durchaus malerischer kleiner Platz, von dem einige Gassen abgehen. Die Häuser sind weitgehend gepflegt. 

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Netter Burggraben...aber etwas sehr wichtiges scheint zu fehlen...

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...nämlich Alligatoren!!!!

Es gibt eine Vielzahl von Restaurants und Shopping gelegenheiten. Ich würde sogar sagen, es gibt in Sermione Eiscafes, Hotels, und Andenkenläden. Darunter auch einige (um nicht zu sagen: sehr viele) Pizzarias. Und natürlich Andenkenläden.  Und Souvenirgeschäfte. Sogar eine kleine Galerie in der Gemälde von Äpfeln ausgestellt werden...ein wenig plastischer als die von Mom, wobei der Hauptunterschied der weiße Hintergrund ist, wodurch die Bilder allerdings ein wenig steril wirken. 

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Es gibt einen kleinen Steg, an dem Ausflugsschiffe anlegen, der ansonsten aber eher uninteressant ist: 

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Also wieder zurück in den Ort.

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Teilweise blüht es sehr schön:

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Kaum zu glauben, aber die gesamte Blütenpracht geht von einem einzigen Baum aus, der unten rechts seinen Ursprung hat :-o

Frau Bartke hätte sicher ein Problem damit, wenn wir hier so etwas Pflanzen, lol!

Im Hintergrund ist besagte Galerie mit den künstlich wirkenden Äpfeln:

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Illegalerweise etwas näher fotografiert:

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Mom, deine Bilder sind viel besser!

Andenkenshops, mehr Andenkenshops....gähn....

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Irgendwann landen wir hier.

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Wir wandern eine Zeitlang weiter durch den Ort, Anna spendiert uns zwei Zweikugeleise zum Mitnehmen für den Supersparpreis von nur 5€ das Stück und sind wahnsinnig froh, daß wir hier kein Hotel gebucht haben. 

Wir gehen zurück zum Auto, es ist inzwischen 17:00 geworden. Hinter uns kloppen sich die Leute um unseren Parkplatz. 

Es gibt eine Straße den See entlang, wenn auch nur selten mit Seeblick. Von Panoramen zu sprechen wäre vermessen. Wir quälen uns durch die Ortschaften. Genaugenommen ist der See bis auf das Stück zwischen Limone und Riva praktisch durchgehend bebaut. Hotels, Restaurants, Hotels, Restaurant, gelegentlich mal eine kleine Burg oder Kirche. 

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Nördlich von Limone gibt es zumindest ein paar kurvige Landstraßen sowie sehr viele Tunnel, manche mit Fenster. Der Verkehr verhindert, daß dem Porsche auch nur ein bisschen warm wird. 

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Auf Hochtouren läuft nur die Klimaanlage, gelegentlich gibt es Baustellen. Plötzlich ändert sich das Wetter: es gibt dunkle Wolken und es fängt an, zu regnen, so daß wir das Verdeck schließen müssen. Nach 10km ist der Spuk vorbei, aber wir sehen immer noch die dunklen Wolken über dem See.

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Gegen 18:30 erreichen wir Riva, dem Ort an der Nordspitze des Gardasees.

Hier finden wir wieder einen Gratis-Parkplatz. Wir laufen Richtung Altstadt. 

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Eigentlich ganz nett hier, bis auf die Baustelle.

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Endlich sind wir fast am See. Im Gegensatz zum südlichen Teil des Sees gibts hier wenigstens Berge!

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Wir suchen das La Bocca, ein Restaurant, das im Reiseführer empfohlen wurde.

Eigentlich müßte es dort eigentlich irgendwo sein.

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Genau da:

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Anna posiert vor dem Wasser:

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Ich setz mich einfach drauf:

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Irgendwie ists doch schön:

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Aber wo ist das Restaurant?

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Offenbar existiert es nicht mehr. Wir sehen nur ein paar verschlossene Räume, die vielleicht einmal ein Restaurant beherbergt haben könnten. Schade.

Dann halt das Commercio, ein "altes Haus mit jungem aufmerksamen Personal". Na ja. Das Essen ist für unsere Verhältnisse sehr preiswert, ich esse eine Pizza, Anna einen Fisch. Sie staunt nicht schlecht, als da wirklich ein Fisch auf dem Teller liegt.... 

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...und klaut Teile meiner Pizza ;-)

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Wirklich schmecken tut das Essen aber nicht wirklich, die Empfehlung des Reiseführers kann ich so nicht bestätigen, die Pizza rumourt in meinem Magen. 

Was ich ebenfalls als lästig empfinde sind die vielen deutschen Touristen, der ganze Ort ist quasi auf Deutsche ausgelegt, schlimmer als auf Malle. Das liegt aber sicher auch daran, daß der nördliche Teil des Garasees vor dem ersten Weltkrieg zu Österreich gehörte.

Der Ort ist eigentlich recht nett, auch etwas lebendiger als Sermione und weniger drückend.

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Ich mag ja vor allem die Berge im Hintergrund:

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Coole Vette ;-)

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Langsam wird es dunkel.

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Wir wandern noch ein wenig in der Stadt umher, an einer Ecke gibt es eine Livedarbietung italienischer Rockmusik, die uns dann aber doch zu laut ist. Gegen 9 brechen wir wieder auf. Mal schaun, wie die Ostküste ist.

Hinter Riva kann ich endlich mal ein bisschen Gas geben und einen Renault überholen. Danach reiht sich wieder Ortschaft an Ortschaft. Der einzige Unterschied zur Westküste besteht darin, daß man gelegentlich die Chance hat, einen Angler zu überfahren, der sich in dunkler Kleidung ohne Schutzweste die Straße entlangschleicht. 

Kurz vor Ende des Sees fahren wir nochmal einen kleinen Hügel hinauf und sehen ein bisschen Panorama. 

Ansonsten sind wir von Gardasee schwer enttäuscht: es ist absolut kein Vergleich zur Cote d'azur. Der See ist quasi vollständig umbaut, es gibt nur Hotels und Restaurants. Es gibt praktisch keine Panoramen, es ist alles nur voll und Touri. Die versprochenen Traumstraßen haben wir vergebens gesucht. 

Seen sind doch nicht so unser Fall, da ist selbst Verona noch interessanter. 

Gegen 11 sind wir wieder in unserem Hotel. Ich muß noch mal ins Internet, Emails checken. Dort seh ich als erstes die Nachricht von Michael Jackson, der tot in seiner Mietvilla aufgefunden wurde. Irgendwie schon schockierend, jetzt versteh ich, warum in mehreren Kneipen in Riva "Billy Jean" gespielt wurde, hatte mich schon gewundert. In der FAZ wird er im selben Atemzug wir Elvis Presly und John Lennon genannt, er war sicher einer der letzten universellen Superstars und hat des Genre geprägt wie kaum ein anderer. Kaum ein Mensch hat so einen rasanten Aufstieg und einen dermaßen elendig langen und tiefen Fall vor den Augen der Weltöffentlichkeit verkraften müssen, da ist es erstaunlich, daß er das überhaupt so lange ausgehalten hat. Rest in Peace, Michael, du hast sicher kein leichtes Leben gehabt, möge es dir im Jenseits besser ergehen. 


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