Tag 14: Veni Et Vidi Verona

Was uns an Hotels im allgemeinen stört, ist daß man sich sehr nach den Zeiten anderer Leute richten muß. Auch dieses Hotel ist leider keine Ausnahme, und deswegen klingelt heute schon um 8:45 Annas Handy mit dem aus Mallorca bekannten gedüdel.

Wir haben uns fertig gemacht, und sind pünktlich um 10:00 beim Frühstück. Dort müssen wir feststellen, daß alles gerade abgeräumt wird..ja, Frühstück sei bis 10:00.

Wie bitte?

Ich grabsche mir wütend das Guest Directory, in dem unzweideutig von 10:30 die Rede ist, und beschwer mich mal wieder bei der Rezeption. Ja, das sei ein Fehler, Frühstück sei halt nur bis 10, aber man könne mir vielleicht ein Brot machen.

Vielen dank, ich verzichte, da ess ich lieber gleich bei McDuff. Schmeckt vermutlich sowieso besser.

Also setzen wir uns wieder ins Cabrio, Richtung Verona. Nach einiger Herumkurverei gelangen wir in die Altstadt, und da vergeht wieder einige Zeit, bis wir das Arena Parkhaus entdecken. Es gibt in Verona eine altrömische Arena, und ungefähr alles, was im Umkreis von 200m um dieses Theater herum gelegen ist, nennt sich Arena dies und Arena das.

Praktischerweise ist das Arena McDuff direkt gegenüber dem Parkhaus, also erstmal dorthin, ein Panini irgendetwas samt einem Bagel reinziehen. Gegenüber dem Hotelfrühstück haben wir immerhin 15€ gespart.

Dann laufen wir los. Um in die Altstadt zu gelangen, müssen wir ein großes Tor passieren.

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Um die Arena ist ein sehr großer Platz, es ist jede Menge Volk unterwegs, viele Touris aus aller Herren Länder, die ihrem Führer mit Sonnenschirm hinterherrennen. Außerdem gibts eine kleine Demo weiß der Henker wofür.

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Die Arena Besichtigung kostet 6€ pro Kopf. Da wir vorhaben, uns am Samstag Carmen anzuschauen und dabei sowieso in die Arena hineinkommen, verzichten wir fürs erste.

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Wir wandern durch eine Gasse, in der es die üblichen Geschäfte, also Gucci, Prada, Mont Blanc etc gibt. Jede Menge Boutiqen, aber zu Annas Enttäuschung nicht ein einziges Schuhgeschäft!

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Hier ein Marktplatz, auf dem Tourikram angeboten wird.

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Noch ein paar weitere Eindrücke:

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Wir ziehen weiter: hier ne Gasse, da ein Winkel, teilweise ein wenig abgewrackt. Schließlich stehen wir müde vor einer Kirche. Eintritt 2,50, und Anna möge bitteschön ihre Schultern bedecken. Offenbar gibt es eine Mindestträgerbreit von 3 cm oder was. Anna hat nur einen und bekommt eine Art Wachstuch. 

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Na ja, egal, hier gibts wenigstens Bänke. Gähn. Ist ganz hübsch geschmückt, katholische Kirche halt. In einer Ecke sind die Überreste eines römischen Privatbades zu sehen. Ein älteres Paar bittet mich, sie vor dem Altar zu fotografieren. Find ich persönlich irgendwie fast schon morbid und gotteslästerlich, aber bitte. Knips, und sie sind zufrieden.

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Die Tore werden von diesen lustigen Fabelwesen bewacht:

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Beim Herausgehen frage ich nach einer Karte von Verona, und bekomme sie. Mit ihrer Hilfe finden wir zurück zur Arena. Es gibt übrigens auch einen sehr breiten Fluß, der durch die Stadt führt, aber das graue Wasser ist nicht wirklich sehenswert.

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An der Arena setzen wir uns in eines der zahlreichen Cafes und essen erst einmal ein Eis. Zitroneneis mit Melone, deutlich preiswerter und besser als in Nizza, auch wenn Zitroneneis nicht so wirklich Annas Fall ist...meiner umso mehr :-)

Was ich allerdings unter aller Sau finde sind die Klos in manchen italienischen Restaurants: diese bestehen nämlich einfach oft nur aus einem Loch im Boden! Unglaublich primitiv!

Dann gehts zurück zum Auto...parken kostet happige 10,30€.

Im Hotel ruhen wir uns erst einmal ein wenig aus. Wir überlegen, schwimmen zu gehen, entscheiden uns aber dagegen. Ich muß in die Lobby ins Internet, es wartet doch leider ein wenig Arbeit auf mich.

Wir machen uns fürs Abendessen bereit. 

Draußen wird es dunkler. Als wir losfahren, sehen wir die ersten Blitze, das offene Verdeck machen wir an der ersten Tankstelle zu. 

Wir fahren Richtung Altstadt, in der Hoffnung, besagtes 40€-pro-Menü Restaurant zu finden, leider vergebens. Es fängt an zu regnen. 

Ich irre weiter durch die Stadt. Anna ruft zwischendurch ihren Bruder in Israel an, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren. 

Langsam geb ich die Hoffnung auf, das Lokal doch noch zu finden, außerdem möchte Anna gern einen Berg hinauffahren, um eine schöne Aussicht über Verona zu genießen. Heute morgen in der Altstadt habe ich einige Hügel gesehen....ob sich da nicht etwas finden läßt?

Schließlich finde ich eine Straße, die einen Berg hinauf führt. Sieht spannend aus. Es geht um einige Kehren, und schließlich kommen wir zu einer Art Restaurant. Ein Platzanweiser geleitet uns freundlich zu einem Parkplatz, will uns sogar seinen Schirm anbieten, aber wir haben selber einen. 

Das Restaurant sieht eher nach Privatparty aus als nach Restaurant. Es stehen Leute mit Gläsern herum, es gibt Musik, drinnen steht ein Obstbuffet. Nein, das sei ein Restaurant, ob wir was essen wollten? Das Buffet sei gratis.

Klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Wir bekommen den wohl letzten freien Platz. Offensichtlich haben wir ein italienisches Szenelokal gefunden. Hohe Absätze für Damen sind offenbar absolute Pflicht. In einer Vitrine ist ein Saxophon, garniert mit farbigen Klopapierrollen! Das Ambiente ist sehr stylisch, die Bedienung nimmt sich viel Zeit, um uns die italienische Karte zu erklären. Die Preise sind sehr human, sechs Seiten der Karte befassen sich ausschließlich mit Pizza in allen Variationen!

Wir entscheiden uns für Gnocchi mit Flußkrebs. Was erst nach einer kleinen Portion ausschaut entpuppt sich als recht geräumiger Teller, nur der Flußkrebs wehrt sich. ;-)

Anschließend gibts noch Desert, zwischendurch delektieren wir uns am Obstbuffet, das aber nicht ganz so gut schmeckt wie es ausschaut. 

Beim hinausgehen hat der Regen endlich aufgehört, wir genießen die Sicht auf das nächtliche Verona und einen nagelneuen Ferrari F430 Scuderia (war das nicht die Serie mit den Fußboden aus Blech, auf dem man bei Regen so herrlich ausrutschen konnte ;-) ). 

Satt und zufrieden rollen wir nach hause.


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