Tag 13: In der Pampa

Nachdem wir gestern bis 3:00 Nachts gepackt hatten konnte wir trotz der Anstrengung nicht wirklich Schlaf finden.

Um halb Acht war ich schon wieder wach, wälzte mich weiter umher, bis ich um 9:50 schließlich aufstand. Anna erging es nicht besser.

Ein letztes mal im BD waschen, weil das Sieb auf dem Hahn vom Waschbecken fehlt und das Wasser deswegen in alle Richtungen spritzt.

Ein letztes mal mach ich mich auf in den Carrefour Supermarkt, um frisches Baguette und Croissants zu holen. 

Ein letztes mal Frühstücken mit Blick auf die Superyachten. Manche von denen findet man tatsächlich im Internet, samt Baujahr, Größe, Tankvolumen und was man sonst alles wissen möchte. Die El Bosco V, z.B. stand vor zwei Jahren für über 6,5 Mio € zum Verkauf. Alter Schwede, ich hätte die Dinger nicht für dermaßen teuer gehalten.

Abwaschen, mir geht ein Glas zu Bruch.

Um 11:45 steht Paul auf der Matte, samt seinem Sohnemann. Ok, dann gehe er erstmal kurz zum Lunch und sei in einer halben Stunde wieder da.

Prima.

Unterdessen bepacke ich den Porsche. Merke: Porschefahrer grüßen andere Porschefahrer...egal ob turbo oder Boxster....alle anderen glotzen nur.

Überhaupt gibt es in Monaco praktisch nur 997 turbo, das normale Modell ist die Ausnahme, der Boxster sowieso. Auch vom Ferrari sieht man eigentlich nur den 430 und den 599, ältere Modelle sind eher selten anzutreffen. 

12:15...Paul ist immer noch nicht da. Wir sind fertig und setzen uns erst einmal auf den Balkon. Man könnte Postkarten schreiben, aber wir haben keinen Stift mehr. Auf der Suche macht sich die Anna einen Fleck auf die schneeweiße Hose...toll, immer dann, wenn mans am wenigsten brauchen kann.

Wir warten weiter. Anna reinigt notdürftig ihre Hose. 

Gegen 13:00 wundern wir uns doch sehr. Vielleicht ist der Knabe ja verhaftet worden, wegen unlauterer Vermietung von Wohnungen an ausländische Spione?

Ich geh in die Garage, hole Pauls Handynummer...Mehlbox...'türlich.

Um 13:10 ist er endlich da. Wir bekommen die Kaution zurück. Pauls jüngster grabscht sich die Wäsche. "Zwillinge", meint er grinsend. 

Und tatsächich: In der Tiefgarage steht Pauls Freelander, vorne sitzt ein brünettes Mädchen, offenbar seine Tochter, auf der Rückbank ein 1-1 Klon seines Bruders.

Ein letztes mal kurven wir durchs Parkhaus...diesmal am Bentley rechts vorbei...und folgen dem Landi. Natürlich verfahre ich mich in Monaco noch einmal, nicht so schlimm.

Irgendwie ist mir die kleine Stadt mit ihren verrückten Bewohnern und ihrer unreflektierten Geschichte doch sehr ans Herz gewachsen. 

Lust auf Italien hab ich irgendwie keine.  

Erstmal fahren wir die Küste entlang Richtung Osten. Menton ist ein netter kleiner Badeort, ganz niedlich, mit einer Stein/Sandstrand Kombination. Ein bisschen wie ein Mercedes CLK Coupe: Nett, geschniegelt, aber nicht wirklich sexy.

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Kurz nach der Grenze machen wir dann das Dach auf, ich lass mich von der schönen Anna ein wenig eincremen :-)

Dann gehts auf die Autobahn. Die Tunnel machen tierisch Spaß, endlich mal wieder Gas geben! Plötzlich hinter mir im Rückspiegel: ein blauer Maserati Spyder mit offenem Verdeck. 

Ich lass ihn vorbei. Im Tunnel wird er langsamer, ich auch, er volles Rohr...WROMMM...ich hinterher!

Geiler Sound, da kann ich nicht wirklich mithalten. Mit dem Maserati hingegen schon, denn obwohl die italienische Schönheit knapp 400 PS hat, sind wir rund 300 kg leichter und haben eine bessere Aerodynamik! Etwa 20 Minuten jagen wir gemeinsam die Autostrada entlang, durch Tunnel und kurvige Bergstraßen. Los wird er mich erst in einer Baustelle, in der mit 60 km/h über Limit doch ein wenig zuviel waren. 

Kurz vor Genova sagten wir dem Mittelmeer entgültig auf Wiedersehen.

Der Rest der Fahrt war weitgehend ereignislos, insbesondere die Po Ebene war langweilig, da eine Ebene, viele Laster und keine anderen Autos, mit denen man Spaß haben könnte.

Wie vom Navi prophezeit kamen wir nach 4:36 Stunden ans Ziel, haben im Schnitt 10,2l Super verbraucht und kamen auf dem letzten Tropfen Sprit am Hotel an.

Das Hotel schmückt sich sich mit 4 Sternen und ist eine eigenartige Mischung aus Business Hotel und Karibik Flair. Das erste Zimmer, das man uns anbot, war verraucht, das zweite ganz ok.

Gepäck raufbringen, kurz umziehen, ich fahr noch einmal kurz los, den Wagen tanken. Die Gegend ist eher trist, Industriegebiet im Aufbau bzw. Abriss, trotz Sexshop nicht wirklich sexy, es ist nicht Carrefour, es ist eher Lidl. 

Das Abendessen im Hotel ist ein 20€ Menü incl. Wein, bestehend aus zwei Gängen. Anna hatte Penne mit Tomatensoße und anschließend einen Lachs, der sich als Riesenfischstäbchen verkleidet hat, ich hatte Crepes als Vorspeise (War gut) und dann etwas, das eigentlich Steak mit Gemüse hätte sein sollen, aber eher Eintopf war, pfui Teufel. Der Hauswein stammt vermutlich auch von Lidl, Marke Tetrapack.

But why complain, you get what you pay for.

Anschließend muß ich noch für 1,50€ die Stunde ins Internet, ein wenig arbeiten und schaun, wie es meiner Katze zuhause geht.

Und jetzt setz ich mich zu Anna in die Whirlpoolwanne.

Das Zimmer ist eigentlich ok, nennt sich "Juniorsuite", das Bad teils mit Milchglas, komplett eingerichtet, Ambiente ok, Blick bescheiden.

Die Einrichtung in Monaco, das wärs!

Nachtrag: wir sitzen gemütlich in der Wanne und lassen es sprudeln. Anna will unter Dusche ihre Haare waschen, steigt aus der Wanne und stellt fest: das gesamte Badezimmer und der Flur sind überflutet!

Also notdürftig trocknen. Ich geh zum Nachportier, der telefonisch nicht zu erreichen ist. Der grinst nur und drückt mir nen Stapel Handtücher in die Hand. Es sei halt keiner da zum Saubermachen, morgen früh vielleicht käme jemand.

Offensichtlich kommt das öfter mal vor. Da bleibt einem glatt die Spucke weg! Jedenfalls bin ich richtig stinkig.

Anschließend geh ich noch unter die "Wellnessdusche". Was bitte ist daran Wellness? Das kalte Wasser, oder der fehlende Griff, ohne den man ganz schnell ins Rutschen gerät und sich den Kopf irgendwo anschlägt? 

Prädikat: completely useless.




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