Gähn...wie spät ist es denn eigentlich?
13:20...na prima. Wir starten langsam in den Tag. Gemütliches Frühstück.
Hier und da kleinere Ärgernisse mit dem Zimmer...zum Beispiel gibt es weder Duschvorhang noch eine Halterung für den Duschkopf...schön, dann bade ich halt...ist auch was feines.
Irgendwie gewinnen wir den Eindruck, daß in diesem Apartment nie wirklich jemand gewohnt hat. Die Küche ist mehr auf Alkoholkonsum ausgerichtet, normale Frühstücksteller sucht man vergebens. Es gibt keinen Wasserkocher, sondern nur einen Teekessel, mit dem wir beide unsere liebe Not haben.
In einer Immobilienanzeige habe ich gelesen, daß eine ebensolche Wohnung für knapp 1 Mio Euro zum verkauf steht.
EIne Million...also irgendwie hatte ich mir eine Wohnung in der Preiskategorie ein wenig anders vorgestellt. Gut, der Blick ist nicht zu verachten, und die Lage ziemlich genial, aber trotzdem...wohnen kann man hier nicht wirklich.
Ich habe die Vermutung, daß die Wohnungen in Monaco ein bisschen wie die Briefkastenfirmen auf den Yerseys sind: man hat eine Adresse, so daß man sich hier an- und in seinem Heimatland abmelden kann. Das lohnt sich für sehr hohe Einkommen, weil Monaco keine Einkommenssteuer erhebt. Also wenn man 1 Mio € im Jahr verdient, würde man wohl ca die Hälfte an Steuern zahlen. Wenn man für 1 Mio eine solche Briefkastenwohnung kauft, hat man den Kaufpreis nach zwei Jahren wieder raus.
Und bleibt natürlich in seinem Heimatland wohnen, es kann ja niemand überprüfen, wann und wie oft du dich in Monaco tatsächlich aufhältst.
In der Hoffnung, daß dein Nachbar zuhause nicht allzu geschwätzig ist.
Problematisch wirds nur, wenn man Kinder hat und die zur Schule müssen. Da muß man sich nämlich zurück in die Heimat melden, weil die lieben kleinen sonst nämlich in Monte Carlo zur Schule gehen müssen, und dann wirds lustig, siehe Boris Becker.
Genug der Überlegungen.
Mein Geschenk hat mir Anna schon am gestrigen Abend verraten: ein Mercedes SLR von CMC, dazu ein Buch über Porsche von 1960 - 1990. Mangels Gepäckraum bekomm ich nur den Katalog von CMC, der aber ebenfalls sehr schön ist und in dem ich den ganzen Tag blättere. Annas Mom hat noch eine passende Tasche aus rotem Leder für mein MacBook beigesteuert, vielen herzlichen Dank :-)
Ich freu mich schon unheimlich auf das Modell, das zuhause auf mich wartet ;-)
Schließlich meldet sich auch meine Familie via Skype, wir schwatzen eine Weile entspannt. Normalerweise bin ich an meinen Geburtstagen immer reichlich deprimiert drauf, vor dem dreißigsten hab ich mich ganz besonders gegruselt, aber hier hab ich dazu gottseidank keine Zeit...ist auch ein prima Ort, um 30 zu werden, auch wenn ich ein bisschen traurig bin, daß ich Moms Geburtstag gestern verpaßt hab.
Gegen 18:00 brechen wir auf. Unser Ziel: Le Rocher, der Fels, auf dem der Palast der Fürsten Grimaldi liegt.
Es geht an der Mall hinauf, am Tiergarten vorbei, per Rolltreppen auf eine Terasse. Also genaugenommen auf die Überführung...

...vorbei am Automusem...

...und dem Münzmuseum...

...am Tiergarten vorbei...

...eine Rolltreppe hinauf...

...und dann stehen wir da:

Von das aus müssen wir nur noch zwei Straßen überqueren, und stehen dann vor einer langen Treppe, die nach oben führt.

Gar nicht so schwer.
Die Aussicht wird mit jeder Stufe besser und besser, Monaco sieht im abendlichen Licht schon sehr grandios aus, auch wenn es natürlich teilweise eine Steinwüste ist.


Wir sind fast oben:

Der Weg wird steiler, wir kommen durch ein Tor und stehen vor einer Mönchsstatue, hinter der sich ein Platz erstreckt.

Dort ist der Palast, inklusive der Palastwachen, die zwar nicht ganz so kultig erscheinen wie die in London, aber trotzdem herrlich skurril sind. Neben dem Wachhäuschen stehen diverse Kanonen, samt Munition.

Der Platz ist recht groß, muß aber vermutlich auch einer gesamten Armee zu exerzieren dienen:

Auf der anderen Seite erstreckt sich "Monaco Ville", ein kleiner Stadtteil auf dem Felsen.


So kann man Kanonenkugeln natürlich auch recyceln:
Als Bank...

oder zum sich einfach so draufsetzen:

Außerdem kann man noch unsere Yachthafen und unser Haus von oben sehen!

Ja, da kann man was schönes reinstopfen: Müll, zum Bleistift.
Leider hatte ich gerad keinen dabei :-(

Girls 'n' Guns

Hmm, kann ich mir einen aussuchen?


Hinter dem Dorf erstrecken sich eine Kirche, einige Villen, ein kleiner Park und schließlich das Museum für Ozeanographie.

Davor steht dieses lustige für die Arktis gebaute Expeditionsvehikel...

...und dieses Mini U-Boot!


Hinter dem Museum ist noch ein kleiner Park:


Dort unten ist Sperrgebiet:

Der Hafen von Monaco aus einer anderen Perspektive:

Was dort unten wohl gefeiert wird? Jedenfalls scheint es sich um ein offizielles Foto von irgendeiner Regatta zu handeln.

Wir bekommen Hunger. In Monaco Ville gibt es einige Restaurants, die gut aussehen und recht human gepreist sind, Zielgruppe sind wohl eher Touris als Jet-Set. Wir beschließen, ihnen eine Chance zu geben, und speisen recht kommod.
Gut gestärkt fällt der Abstieg viel leichter und geht auch schneller vonstatten als erwartet. Da es nun dunkel ist, bietet sich eine komplett andere Szenarie.
Am Hafen ist eine Bühne aufgebaut, ein Konzert, die Musik kann man bis hier oben hören.


Zuhause macht sich Anna noch einmal fein. Wir holen den Boxi aus der Garage und düsen noch einmal los Richtung Monte Carlo. Es ist schon fast Mitternacht. Am Hafen finden wir einen Parkplatz und lauschen dem Rest des französischen Hip-Hop Konzerts. Danach cruisen wir noch ein wenig durch die Stadt.
